Hiroshima Art Prize 2002

23 October 2002

Hiroshima Art Prize 2002

Die Stadt Hiroshima hat den fünften Hiroshima Art Prize an Daniel Libeskind veliehen. Zu diesem Anlass gibt es eine Ausstellung bis zum 20. Oktober 2002 mit Arbeiten von Daniel Libeskind  im Hiroshima Museum of Contemporary Arts. Für die Ausstellung wurde das Innere des Museums zu einer durchgängigen Installation ausgebaut. Wände und Böden sind mit Zeichnungen und Texten des Studio Libeskind verkleidet. Vier großmaßstäbliche Modelle mit einer Größe von bis zu 30 m Breite und 10 m Höhe stellen das Jüdische Museum in Berlin, das Felix Nussbaum Haus, das Imperial War Museum of the North und die Erweiterung des Denver Art Museums dar.

Der Hiroshima Art Prize wird seit 1989 alle drei Jahre an einen zeitgenössischen Künstler verliehen, der durch seine Arbeit einen Beitrag zum Weltfrieden geleistet hat. 

Planung und Konstruktion des Projekts sowie der Aufbau im Museum wurde innerhalb eines Zeitraums von nur zwei Monaten abgeschlossen.
Happold Ingenieurbüro hat zusammen mit Studio Libeskind die modulare Konstruktion der Modelle geplant. Die Tragfähigkeit der Verbindungen wurde vorab durch Belastungstests überprüft. Für die statischen Überlegungen konnte Happold Ingenieurbüro auf die Erfahrungen in der Umsetzung vorheriger Projekte mit einem Papptragwerk zurückgreifen, wie dem Japanischen Pavillon auf der Expo 2000 von Shigeru Ban oder der Cardboard School in England, ein Schülerladen aus Pappe, von Cottrell & Vermeulen.

Die Modelle bestehen ausschließlich aus Pappwabenplatten und sind in insgesamt 102 irreguläre kleinere Module aufgeteilt.  Der maximale Querschnitt der Module ist auf 3,5 m begrenzt, um die Anlieferung der vorgefertigten Module durch die Museumstüren zu ermöglichen. Der Unternehmer Nomura Kougeisha ließ die 20 mm starken Wabenplatten per CNC-Technik schneiden. Alle Verbindungen wurden geklebt und die Module sind mit kleinen Öffnungen versehen, um das Innere während des Aufbaus zugänglich zu machen. Die statisch stabilen Module bilden sowohl das Tragwerk als auch die Außenhaut des Modells. Im Museum werden die Module mit Schrauben verbunden.
Das Zusammenfügen der Module zu einem Modell kann mit dem Zusammensetzen eines großen dreidimensionalen Puzzles verglichen werden, bei dem kleinere Volumina als individuelle Teile verwendet werden. Der Entwurf und die Detaillierung der Verbindungen ermöglicht es, die Ausstellung anschließend auseinander zubauen und an einem anderen Ort neu zu montieren, bevor die Pappe vollständig recycelt werden kann.
Architekt:   Studio Daniel Libeskind
Tragwerksplanung:   Happold Ingenieurbüro GmbH, Berlin
Bauunternehmer:   Nomura Kougeisha 
Ausstellungseröffnung:   27.7.02

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